Zurück von einer tollen ersten Reise entlang der Westküste Spitzbergens - in vier Stunden geht es wieder los... Es gibt diesen Sommer sehr viel Packeis im Norden und sehr gemischtes Wetter. Immer mal wieder lagen Robben oder sogar Walrosse auf den Eisschollen: und nach langem, langem Suchen fanden wir dann auch Eisbären draußen auf dem Packeis nördlich von Spitzbergen. Hier ein Männchen, dem wir (obwohl wir doch recht weit entfernt waren) nicht so ganz geheuer waren und das seine frisch geschlagene Ringelrobbe so weit von uns weggetragen hat, wie es ihm die Eisscholle erlaubte. Wir haben seine Privatsphäre dann natürlich respektiert und ihn in Ruhe gelassen. Eine beeindruckende Begegnung!Montag, 23. Juni 2014
Svalbard - 20.Juni
Zurück von einer tollen ersten Reise entlang der Westküste Spitzbergens - in vier Stunden geht es wieder los... Es gibt diesen Sommer sehr viel Packeis im Norden und sehr gemischtes Wetter. Immer mal wieder lagen Robben oder sogar Walrosse auf den Eisschollen: und nach langem, langem Suchen fanden wir dann auch Eisbären draußen auf dem Packeis nördlich von Spitzbergen. Hier ein Männchen, dem wir (obwohl wir doch recht weit entfernt waren) nicht so ganz geheuer waren und das seine frisch geschlagene Ringelrobbe so weit von uns weggetragen hat, wie es ihm die Eisscholle erlaubte. Wir haben seine Privatsphäre dann natürlich respektiert und ihn in Ruhe gelassen. Eine beeindruckende Begegnung!Sonntag, 15. Juni 2014
Pfingsten in der Þórsmörk, Teil 2
Für meinen diesjährigen, sehr spontanen Besuch in der Þórsmörk hatte ich Básar als mein Basislager erkoren. Dort herrscht eigentlich immer reges Treiben: ein Grund, warum ich bisher noch nie hier übernachtet habe. Básar ist der bevorzugte Campingplatz vieler Isländer hier in der Þórsmörk, die in kleinen Gruppen in Zeltanhängern oder Zelten übernachten und ihren ganzen Hausrat (und alle Haustiere) gleich mitbringen. Und eine Menge Alkohol. Gerade an Sommerwochenenden geht hier die Post ab! Der Campingplatz ist aber sehr groß und weit verzweigt: ich habe letztendlich ein ruhiges Eckchen gefunden und mich dank der Bäume auch relativ alleine gefühlt.
Da ich vorhatte, tagsüber zu schlafen, waren mir die ganzen Leute auch egal: sollten sie ruhig bis tief in die Nacht feiern, ich würde nicht da sein! Tagsüber war der Lärmpegel sehr human - zumindest gemessen an der Anzahl an Menschen, die da war. Und so startete ich am ersten Abend auch schon los: nach dem Abendessen stieg ich den 805m hohen Útigönguhöfði empor; den Hausberg von Básar.
Was folgte, war einer der schönsten Tage meines diesjährigen Islandaufenthaltes. Die Sonne ging um 23 Uhr unter und um 3 Uhr wieder auf: dazwischen wurde der Himmel rosa und verwandelte sich die Landschaft in ein Aquarellgemälde.

Die Zeit verging wie im Fluge. Als die Sonne aufgegangen war, machte ich mich schließlich an den steilen Abstieg - und ein letztes Bild, als ich an den faszinierenden Tuff-Formationen vorbeikam, die so typisch für diese Gegend sind.
Zurück am Campingplatz herrschte jetzt Stille - und ich hatte ein ungewohntes Problem. Die Sommersonne erhitzte mein Zelt auf Saunatemperaturen und machte mir Schlafen unmöglich. Erst am Nachmittag, als der Schatten der umliegenden Büsche auf mein Zelt fiel, fand ich Schlaf. Am Abend wachte ich wieder auf, kochte mein Abendessen bzw. Brunch, und überlegte, was ich tun sollte. Denn plötzlich lagen tiefe Wolken über dem Tal, die aber nicht zu dick erschienen und keinen Regen brachten. Und als meine nächsten Nachbarn, schon deutlich angeheitert, laut zu singen begannen, startete ich los: den Wanderweg Fimmvörðuháls empor, hinein in die Wolken, hinein in den Nebel. Ich wollte so hoch aufsteigen, bis die Wolken unter mir lagen. Natürlich wusste ich nicht, ob mir das gelingen würde, aber einen Versuch war es auf jeden Fall wert. Von einem Sonnenaufgang über den Wolken hatte ich schon lange geträumt!
Zwei lange Stunden wanderte ich durch den Nebel und folgte ich dem sehr gut zu erkennenden Wanderweg, der über den Pass Fimmvörðuháls nach Skógar führt. Ich überquerte die Morrinsheiði (800m hoch gelegen) und wollte gerade über den Heljarkambur auf 1000m aufsteigen, als plötzlich die Sonne durchbrach. In nur wenigen Minuten senkte sich der Nebel um gut 200m ab: und ich stand über einem Meer aus Wolken. Was für ein fantastischer Anblick!
In den folgenden Stunden erlebte ich, wie der Hochnebel sich ständig hob und senkte, um in der Mitte der Nacht dann gänzlich zu verschwinden. Als die Sonne aufging, krochen die Wolken aber vom Talausgang wieder zum Gletscher empor, bäumte sich an Bergen auf, floss Täler hinab wie Wasserfälle. Es war wunderbar!

Ich bin immer noch ganz euphorisch von dieser beeindruckenden Nacht: mit ihr hat sich ein langgehegter Traum erfüllt. Zum ersten Mal im Leben habe ich in Island einen Sonnenaufgang über Hochnebel erleben dürfen - hach, wunderbar, gerne jederzeit wieder! Diese fantastische Mittsommernacht ging viel zu schnell vorbei. Erst, als ich völlig gesättigt von den ganzen Eindrücken nach dem Sonnenaufgang die Kamera wegpackte, eine Weile in der Sonne lag und die letzten Nebelwolken verdunsten sah, erst dann fiel mir auf, was für ein Tag es war: mein Geburtstag. Ein schöneres Geschenk hätte mir niemand machen können!


Jetzt, ein paar Tage später, habe ich Island schon wieder verlassen: ich bin nun wieder in Svalbard, wo ich den Sommer verbringen werde. Ich plane, mich öfters zumindest mit ein, zwei Fotos zu melden. Schaut mal vorbei, ich werde mir Mühe geben, mich zu melden!

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| Blick über Básar nach Langidalur und den Berg Valahnúkur |
Da ich vorhatte, tagsüber zu schlafen, waren mir die ganzen Leute auch egal: sollten sie ruhig bis tief in die Nacht feiern, ich würde nicht da sein! Tagsüber war der Lärmpegel sehr human - zumindest gemessen an der Anzahl an Menschen, die da war. Und so startete ich am ersten Abend auch schon los: nach dem Abendessen stieg ich den 805m hohen Útigönguhöfði empor; den Hausberg von Básar. Was folgte, war einer der schönsten Tage meines diesjährigen Islandaufenthaltes. Die Sonne ging um 23 Uhr unter und um 3 Uhr wieder auf: dazwischen wurde der Himmel rosa und verwandelte sich die Landschaft in ein Aquarellgemälde.

Die Zeit verging wie im Fluge. Als die Sonne aufgegangen war, machte ich mich schließlich an den steilen Abstieg - und ein letztes Bild, als ich an den faszinierenden Tuff-Formationen vorbeikam, die so typisch für diese Gegend sind.
Zurück am Campingplatz herrschte jetzt Stille - und ich hatte ein ungewohntes Problem. Die Sommersonne erhitzte mein Zelt auf Saunatemperaturen und machte mir Schlafen unmöglich. Erst am Nachmittag, als der Schatten der umliegenden Büsche auf mein Zelt fiel, fand ich Schlaf. Am Abend wachte ich wieder auf, kochte mein Abendessen bzw. Brunch, und überlegte, was ich tun sollte. Denn plötzlich lagen tiefe Wolken über dem Tal, die aber nicht zu dick erschienen und keinen Regen brachten. Und als meine nächsten Nachbarn, schon deutlich angeheitert, laut zu singen begannen, startete ich los: den Wanderweg Fimmvörðuháls empor, hinein in die Wolken, hinein in den Nebel. Ich wollte so hoch aufsteigen, bis die Wolken unter mir lagen. Natürlich wusste ich nicht, ob mir das gelingen würde, aber einen Versuch war es auf jeden Fall wert. Von einem Sonnenaufgang über den Wolken hatte ich schon lange geträumt!
Zwei lange Stunden wanderte ich durch den Nebel und folgte ich dem sehr gut zu erkennenden Wanderweg, der über den Pass Fimmvörðuháls nach Skógar führt. Ich überquerte die Morrinsheiði (800m hoch gelegen) und wollte gerade über den Heljarkambur auf 1000m aufsteigen, als plötzlich die Sonne durchbrach. In nur wenigen Minuten senkte sich der Nebel um gut 200m ab: und ich stand über einem Meer aus Wolken. Was für ein fantastischer Anblick!
In den folgenden Stunden erlebte ich, wie der Hochnebel sich ständig hob und senkte, um in der Mitte der Nacht dann gänzlich zu verschwinden. Als die Sonne aufging, krochen die Wolken aber vom Talausgang wieder zum Gletscher empor, bäumte sich an Bergen auf, floss Täler hinab wie Wasserfälle. Es war wunderbar!

Ich bin immer noch ganz euphorisch von dieser beeindruckenden Nacht: mit ihr hat sich ein langgehegter Traum erfüllt. Zum ersten Mal im Leben habe ich in Island einen Sonnenaufgang über Hochnebel erleben dürfen - hach, wunderbar, gerne jederzeit wieder! Diese fantastische Mittsommernacht ging viel zu schnell vorbei. Erst, als ich völlig gesättigt von den ganzen Eindrücken nach dem Sonnenaufgang die Kamera wegpackte, eine Weile in der Sonne lag und die letzten Nebelwolken verdunsten sah, erst dann fiel mir auf, was für ein Tag es war: mein Geburtstag. Ein schöneres Geschenk hätte mir niemand machen können!


Jetzt, ein paar Tage später, habe ich Island schon wieder verlassen: ich bin nun wieder in Svalbard, wo ich den Sommer verbringen werde. Ich plane, mich öfters zumindest mit ein, zwei Fotos zu melden. Schaut mal vorbei, ich werde mir Mühe geben, mich zu melden!

Dienstag, 10. Juni 2014
Pfingsten in der Þórsmörk: Teil 1
Unmittelbar vor Beginn meiner Svalbardsaison wollte ich noch eine kleine Reise in Island unternehmen. Meine Bronchitis ist nach drei Monaten endlich so weit abgeklungen, dass ich mich wieder für alles gerüstet fühle, und außerdem ist es jetzt auch so warm, dass ich nicht ständig Gefahr laufe, mich wieder zu erkälten. Und weil die Wettervorhersage über Pfingsten ganz hervorragend war, und ich spontan Lust dazu hatte, reiste ich, mal wieder, in die Þórsmörk.
Es mag einigen vielleicht verwunderlich erscheinen, dass es mich schon wieder in dieses von Gletschern umrahmte Tal zieht, und nicht in andere Gegenden Islands, die ich teilweise noch gar nicht kenne. Die Þórsmörk ist mir mittlerweile so etwas wie eine kleine Heimat geworden: ich war schon so oft da, habe ja auch als Hüttenwart Wochen dort verbracht, kenne die Leute, die dort arbeiten, die Ranger, Hüttenwarte, Busfahrer und Guides. Dennoch habe ich noch relativ wenig von der Umgebung gesehen: ich habe dort gearbeitet und relativ wenig Ausflüge gemacht; und Urlaub und Arbeit sind einfach nicht dasselbe.
Außerdem habe ich mich bisher fast ausschließlich in der Þórsmörk aufgehalten: nicht aber in Goðaland.
Kaum einer weiß, dass die Hütte Básar eigentlich gar nicht in der Þórsmörk liegt, sondern in Goðaland, dem Land der Götter. Goðaland ist die Gegend südlich des Flusses Krossá, Þórsmörk ist der Bergrücken nördlich davon. Beide Gegenden sind wunderbar, unterscheiden sich aber doch sehr. In Goðaland gibt es die höheren Berge, die tieferen Schluchten, die Gletscher. Und genau das reizte mich, genau deswegen war ich diesmal gekommen.
Jetzt, Anfang Juni, strömen Wanderer in die Gegend. Der 26km lange Wanderweg Fimmvörðuháls, der von Skógar nach Þórsmörk/Goðaland führt, ist seit Anfang des Monats begehbar, allerdings liegt noch viel Schnee auf dem höchsten Punkt auf knapp 1100m zwischen den Gletschern. Der Laugavegur ist allerdings, wie in den meisten Jahren, noch nicht geöffnet. Das hat zur Folge, dass viele Wanderer zu Fuß über den Pass nach Þórsmörk kommen, diese aber wieder per Bus verlassen. Und jedes Jahr aufs Neue sind die Busfahrer vom Ansturm überrascht. Auf der Hinreise saß ich zusammen mit 8 anderen im Bus: die Rückfahrt aber sah ganz anders aus. Und weil das so absurd war, so typisch isländisch pragmatisch, will ich diesen Bericht mit der Heimreise beginnen. Wer sagt denn, dass alles chronologisch sein muss...? :-)
Der hochgelegene, vierradgetriebene Bus fährt planmäßig alle Hütten ab, und beginnt bei der Hütte Básar. Etwa 35 Gäste stiegen dort ein, der Bus hat Plätze für etwa 40 Personen: es war also schon ziemlich voll. Der Gletscherfluss Krossá stellte diesmal dankbarerweise kein Problem dar, aber unmittelbar vor der letzten Hütte, Húsadalur, gab es einen Knall und einen Windschwall im Bus: die vordere Dachluke hatte sich verselbstständigt und Flugunterricht genommen. Weil für die dreistündige Fahrt nach Reykjavik Regen angekündigt war, vertäute der Hilfsbusfahrer das angebrochene Plastikfenster fachgerecht
nach echter isländischer Art:
es konnte weitergehen!
Dann aber gab es ein kleines Problem: in Húsadalur warteten noch einmal 33 Wanderer darauf, zur Ringstraße zu gelangen. Es gab aber nur noch 5 freie Plätze im Bus.
Was nun? Es gab keinen Ersatzbus, und niemand der Reisenden (die übrigens alle schon bezahlt hatten) wollte 3 Stunden auf einen Ersatzbus aus Reykjavik warten.

Ich habe ja schon allerlei erlebt,
aber was jetzt kam, das war wirklich unglaublich. Als wir verstanden, was geschah, brach der ganze Bus in hysterisches Kichern aus.
Denn der Busfahrer, ganz pragmatisch, schickte all jene, die keinen Platz bekommen hatten, in den Essenssaal der Hütte.
Jeder sollte sich einen Stuhl holen: einen ganz normalen, altmodischen Holzstuhl. Die Anweisung war einfach: hinsetzen, in den Mittelgang, so dicht wie möglich.
Zwei zierliche Mädels wurden von ihren Partnern auf den Schoß genommen.
Und der Hilfsbusfahrer saß neben dem Armaturenbrett.
Was geht, das geht!
Trotzdem mussten fünf Leute die einstündige Fahrt bis zum Seljalandsfoss im Stehen zubringen, und drei weitere kamen gar nicht mit, obwohl sie bezahlt hatten: aber wir trafen sie später in Hvolsvöllur wieder, sie waren von einem Jeepfahrer mitgenommen worden, der die ganze Aktion beobachtet hatte.

Beim Seljalandsfoss enstpannte sich die Lage, als bestimmt 20 Leute ausstiegen, um entweder in den Bus Richtung Osten oder aber in ihre eigenen, dort geparkten Fahrzeuge umzusteigen.
Obwohl einige wenige Miesepeter dabei waren, die das ganze absolut unmöglich fanden, sah man fast ausschließlich lachende Mienen.
Busfahren in Island - in der westlichen Welt ist das an Absurdität wohl kaum zu toppen!
Es mag einigen vielleicht verwunderlich erscheinen, dass es mich schon wieder in dieses von Gletschern umrahmte Tal zieht, und nicht in andere Gegenden Islands, die ich teilweise noch gar nicht kenne. Die Þórsmörk ist mir mittlerweile so etwas wie eine kleine Heimat geworden: ich war schon so oft da, habe ja auch als Hüttenwart Wochen dort verbracht, kenne die Leute, die dort arbeiten, die Ranger, Hüttenwarte, Busfahrer und Guides. Dennoch habe ich noch relativ wenig von der Umgebung gesehen: ich habe dort gearbeitet und relativ wenig Ausflüge gemacht; und Urlaub und Arbeit sind einfach nicht dasselbe.
Außerdem habe ich mich bisher fast ausschließlich in der Þórsmörk aufgehalten: nicht aber in Goðaland.
Kaum einer weiß, dass die Hütte Básar eigentlich gar nicht in der Þórsmörk liegt, sondern in Goðaland, dem Land der Götter. Goðaland ist die Gegend südlich des Flusses Krossá, Þórsmörk ist der Bergrücken nördlich davon. Beide Gegenden sind wunderbar, unterscheiden sich aber doch sehr. In Goðaland gibt es die höheren Berge, die tieferen Schluchten, die Gletscher. Und genau das reizte mich, genau deswegen war ich diesmal gekommen.
Jetzt, Anfang Juni, strömen Wanderer in die Gegend. Der 26km lange Wanderweg Fimmvörðuháls, der von Skógar nach Þórsmörk/Goðaland führt, ist seit Anfang des Monats begehbar, allerdings liegt noch viel Schnee auf dem höchsten Punkt auf knapp 1100m zwischen den Gletschern. Der Laugavegur ist allerdings, wie in den meisten Jahren, noch nicht geöffnet. Das hat zur Folge, dass viele Wanderer zu Fuß über den Pass nach Þórsmörk kommen, diese aber wieder per Bus verlassen. Und jedes Jahr aufs Neue sind die Busfahrer vom Ansturm überrascht. Auf der Hinreise saß ich zusammen mit 8 anderen im Bus: die Rückfahrt aber sah ganz anders aus. Und weil das so absurd war, so typisch isländisch pragmatisch, will ich diesen Bericht mit der Heimreise beginnen. Wer sagt denn, dass alles chronologisch sein muss...? :-)
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| Ein Bild aus dem Jahr 2011. So viel Asche wird mitterweile nicht mehr aufgewirbelt. |
nach echter isländischer Art:
es konnte weitergehen!
Dann aber gab es ein kleines Problem: in Húsadalur warteten noch einmal 33 Wanderer darauf, zur Ringstraße zu gelangen. Es gab aber nur noch 5 freie Plätze im Bus.
Was nun? Es gab keinen Ersatzbus, und niemand der Reisenden (die übrigens alle schon bezahlt hatten) wollte 3 Stunden auf einen Ersatzbus aus Reykjavik warten.

Denn der Busfahrer, ganz pragmatisch, schickte all jene, die keinen Platz bekommen hatten, in den Essenssaal der Hütte.
Jeder sollte sich einen Stuhl holen: einen ganz normalen, altmodischen Holzstuhl. Die Anweisung war einfach: hinsetzen, in den Mittelgang, so dicht wie möglich.
Zwei zierliche Mädels wurden von ihren Partnern auf den Schoß genommen.
Und der Hilfsbusfahrer saß neben dem Armaturenbrett.
Was geht, das geht!
Trotzdem mussten fünf Leute die einstündige Fahrt bis zum Seljalandsfoss im Stehen zubringen, und drei weitere kamen gar nicht mit, obwohl sie bezahlt hatten: aber wir trafen sie später in Hvolsvöllur wieder, sie waren von einem Jeepfahrer mitgenommen worden, der die ganze Aktion beobachtet hatte.

Beim Seljalandsfoss enstpannte sich die Lage, als bestimmt 20 Leute ausstiegen, um entweder in den Bus Richtung Osten oder aber in ihre eigenen, dort geparkten Fahrzeuge umzusteigen.
Obwohl einige wenige Miesepeter dabei waren, die das ganze absolut unmöglich fanden, sah man fast ausschließlich lachende Mienen.
Busfahren in Island - in der westlichen Welt ist das an Absurdität wohl kaum zu toppen!
Freitag, 23. Mai 2014
Borgarfjörður Eystri
Ich lebe momentan ein ziemlich aufregendes Leben: entweder als Guide auf Expeditions-Schiffen, oder als Vortragsredner und reisender Fotograf in Deutschland. Diese beiden Jobs ergänzen sich hervorragend und sind genau das, was ich so liebe: aufregend, anspruchsvoll und abwechslungsreich. Immer neue Herausforderungen, immer neue Gegebenheiten - aber eben auch immer neue Menschen. Und davon viel. Sei es nun bei den Seminaren und Vorträgen in Deutschland, oder auf den Schiffen: 12-140 neue Gäste alle 7-30 Tage, Unterbringung in Doppel- bis Viererkabinen, Freizeit geht dabei gegen Null. 'Einsamkeit' ist etwas, das man als Guide nicht kennt. Obwohl gerade ich das doch eigentlich sehr schätze.
Genau deswegen habe ich mir, genau wie auch schon im vergangenen Jahr, dieses Frühjahr frei genommen. Ich hätte ohne Probleme Arbeit finden können, entweder in Island oder auf besagten Schiffen, die jetzt über die britischen Inseln und die norwegische Küste über Bjørnøya nach Svalbard fahren. Aber nein: ich will Zeit für mich haben. Zeit zum Sein, Zeit zum Denken, Zeit zum Erledigen von vielen, kleinen Dingen, die sonst auf der Strecke bleiben.
So habe ich mir dieses Jahr Borgarfjörður Eystri als Kurzzeit-Domizil ausgesucht: ein Fjord im Osten Islands, der lustigerweise genau nicht mehr zu den Ostfjorden gehört. Irgendwer hat mal bestimmt, dass die Ostfjorde südlich des Berges Glettingur liegen, und Bakkagerði im Borgarfjörður Eystri grenzt genau an diesen Berg: nur eben auf der anderen Seite der Ostfjord-Grenze.
Am Ende des kleinen 'östlichen Borgarfjörður' liegt das Dorf Bakkagerði. Die 100 Einwohner arbeiten entweder mit Fisch (es gibt hier eine kleine Fischfabrik und einen etwas außerhalb liegenden Hafen mit ein paar ganz kleinen, privaten Fischkuttern) oder in der Landwirtschaft. Und ich denke einige arbeiten auch irgendwie selbständig am Computer, und natürlich im Tourismus (es gibt hier 3 Übernachtungsmöglichkeiten sowie einen Campingplatz).
Viele Isländer bezeichnen den Fjord und seine umliegenden Berge als den schönsten Teil Islands. Das wundert mich nicht, denn Isländer lieben bekanntlich das Liebliche. Und hier ist es lieblich! Es ist sehr grün, die aus den Grasflächen und Heiden herausragenden Berge sind 'nur' bis in den Frühsommer hinein schneebedeckt, danach leuchten sie in allen Rhyolitfarben. Zwischen den markanten Berggipfeln gibt es viele relativ niedrige Pässe, über die man in die angrenzenden, unbewohnten kleinen Fjorde und Buchten wandern kann, die aber auch alle mit Jeeps über Bergpfade erreichbar sind. Das ist perfekt für Isländer, die sehr ungern schwere Rucksäcke tragen und stattdessen ein Auto vorschicken, das ihnen auch Alkohol und Lammkeule zur Hütte bringt. Folglich gilt das Gebiet als Wanderparadies, und jeder, der mal hier gewesen ist, schwärmt davon.
Ich bin jetzt drei Wochen hier, und ja, ich muss sagen, ich mag diese Gegend auch. Sie ist mir fast zu lieblich - ich mag es ja eher rau und wild; dementsprechend begeistert war ich über einen unerwarteten Wintereinbruch Anfang Mai. Das Gras fing gerade an zu sprießen, die Zugvögel begannen zu brüten: und dann kamen die deutschen Eisheiligen bis nach Island. Es schneite zwei Tage lang und lagen 10cm Schnee. Ich fand's klasse!
Jetzt reicht's aber auch mit dem Winter: es ist schön, dass es wieder grün wird. Langsam verstehe ich, was diese Gegend so attraktiv macht: die Farben, die Weite, die wunderschönen markanten Berggipfel, die nur wenigen menschlichen Störfaktoren. Ich habe hier ja jetzt 'nur' in der direkten Umgebung der Ortschaft fotografiert: gerne würde ich einmal im Sommer herkommen und die Gegend jenseits der Berge erkunden! Selbst wenn sie grün und lieblich ist... ;-)
In den vergangenen drei Wochen habe ich wenig Zeit draußen
verbracht. Das lag einerseits am Wetter, das relativ bescheiden war, vor
allem aber an einer sehr hartnäckigen Bronchitis, die mich immer nur
stundenweise und sehr warm verpackt aus dem Haus gelassen hat. In den
letzten Tagen aber ging es mir wieder so gut, dass ich mich endlich wieder
länger und weiter von Bakkagerði entfernen konnte. So hatte ich mir das vorgestellt!
Und ja, der Sommer kommt: wie immer verzögert im Norden Islands, wir sind hier etwa 2-3 Wochen später dran als das jetzt schon grüne Südisland, aber die Pflanzen lassen sich nicht beirren. Das Gras sprießt und die ersten Blüten öffnen sich! Da lasse sogar ich mich zu einem Blümchenfoto bewegen.
Als ich Anfang Mai herkam, wusste nicht viel von diesem Fjord: und war dementsprechend überrascht, als ich hörte, dass es hier eine Papageitaucherkolonie gibt. Die putzigen Vögel kamen bereits im April und sind jetzt, Mitte Mai, schon mit der Brut beschäftigt. Einige Spätzünder oder Sauberkeitsfanatiker beschäftigen sich aber immer noch mit dem Putzen der Bruthöhle - Papageitaucher sind reinliche Tiere!
Sie sind sogar so reinlich, dass sie ihren bis zu zwei Meter (normalerweise aber um ein Meter) langen Bruttunnel in "Wohnzimmer" und "Toilette" unterteilen.
Wie kann man sich das vorstellen? Die Vögel brüten in einem Tunnel in der Grasnarbe, den sie mit Schnabel und Krallen graben. Das tun sie aber nicht jedes Jahr aufs Neue, sondern sie nutzen den gleichen Bau wie im Vorjahr, verteidigen ihn auch hartnäckig gegen Konkurrenten. Deshalb sind die Paare auch weitestgehend monogam: aber nicht, weil sie sich gegenseitig erkennen, sondern weil sie zur gleichen Bruthöhle wie im Vorjahr zurückkehren. Wenn sich einer im Nest verirrt, hat er 'nen neuen Partner, sozusagen...
Jedes Jahr bessern die Paare den Tunnel aus, säubern ihn und polstern das Nest im etwas vergrößerten Tunnelende mit Gras und Federn. Dann wird sich abgewechselt mir dem Bebrüten des einen Eis und später dem Warmhalten und Füttern des Kükens. Die Eltern koten draußen, das Küken aber kommt erst aus dem Tunnel, wenn es flügge ist, und das ist erst im August/September der Fall. Bis dahin besteht die Welt für das Küken nur aus "Nest" und "Klo". Je älter das Küken ist, desto länger läuft es zum Klo (also desto näher am Ausgang wird geschissen). Riechen tut es da überall gleich, aber immerhin bleibt das Küken sauber - und seine Federn auch, und das ist das wichtigste.
Jetzt aber genug von dieser Scheißangelegenheit - statt dessen noch ein Bild, das ich bei meinem bisher einzigen Besuch der Kolonie machen durfte.
Viel Spaß - und bis bald!
Genau deswegen habe ich mir, genau wie auch schon im vergangenen Jahr, dieses Frühjahr frei genommen. Ich hätte ohne Probleme Arbeit finden können, entweder in Island oder auf besagten Schiffen, die jetzt über die britischen Inseln und die norwegische Küste über Bjørnøya nach Svalbard fahren. Aber nein: ich will Zeit für mich haben. Zeit zum Sein, Zeit zum Denken, Zeit zum Erledigen von vielen, kleinen Dingen, die sonst auf der Strecke bleiben.
So habe ich mir dieses Jahr Borgarfjörður Eystri als Kurzzeit-Domizil ausgesucht: ein Fjord im Osten Islands, der lustigerweise genau nicht mehr zu den Ostfjorden gehört. Irgendwer hat mal bestimmt, dass die Ostfjorde südlich des Berges Glettingur liegen, und Bakkagerði im Borgarfjörður Eystri grenzt genau an diesen Berg: nur eben auf der anderen Seite der Ostfjord-Grenze.Am Ende des kleinen 'östlichen Borgarfjörður' liegt das Dorf Bakkagerði. Die 100 Einwohner arbeiten entweder mit Fisch (es gibt hier eine kleine Fischfabrik und einen etwas außerhalb liegenden Hafen mit ein paar ganz kleinen, privaten Fischkuttern) oder in der Landwirtschaft. Und ich denke einige arbeiten auch irgendwie selbständig am Computer, und natürlich im Tourismus (es gibt hier 3 Übernachtungsmöglichkeiten sowie einen Campingplatz).
Viele Isländer bezeichnen den Fjord und seine umliegenden Berge als den schönsten Teil Islands. Das wundert mich nicht, denn Isländer lieben bekanntlich das Liebliche. Und hier ist es lieblich! Es ist sehr grün, die aus den Grasflächen und Heiden herausragenden Berge sind 'nur' bis in den Frühsommer hinein schneebedeckt, danach leuchten sie in allen Rhyolitfarben. Zwischen den markanten Berggipfeln gibt es viele relativ niedrige Pässe, über die man in die angrenzenden, unbewohnten kleinen Fjorde und Buchten wandern kann, die aber auch alle mit Jeeps über Bergpfade erreichbar sind. Das ist perfekt für Isländer, die sehr ungern schwere Rucksäcke tragen und stattdessen ein Auto vorschicken, das ihnen auch Alkohol und Lammkeule zur Hütte bringt. Folglich gilt das Gebiet als Wanderparadies, und jeder, der mal hier gewesen ist, schwärmt davon.Ich bin jetzt drei Wochen hier, und ja, ich muss sagen, ich mag diese Gegend auch. Sie ist mir fast zu lieblich - ich mag es ja eher rau und wild; dementsprechend begeistert war ich über einen unerwarteten Wintereinbruch Anfang Mai. Das Gras fing gerade an zu sprießen, die Zugvögel begannen zu brüten: und dann kamen die deutschen Eisheiligen bis nach Island. Es schneite zwei Tage lang und lagen 10cm Schnee. Ich fand's klasse!
Jetzt reicht's aber auch mit dem Winter: es ist schön, dass es wieder grün wird. Langsam verstehe ich, was diese Gegend so attraktiv macht: die Farben, die Weite, die wunderschönen markanten Berggipfel, die nur wenigen menschlichen Störfaktoren. Ich habe hier ja jetzt 'nur' in der direkten Umgebung der Ortschaft fotografiert: gerne würde ich einmal im Sommer herkommen und die Gegend jenseits der Berge erkunden! Selbst wenn sie grün und lieblich ist... ;-)
In den vergangenen drei Wochen habe ich wenig Zeit draußen
verbracht. Das lag einerseits am Wetter, das relativ bescheiden war, vor
allem aber an einer sehr hartnäckigen Bronchitis, die mich immer nur
stundenweise und sehr warm verpackt aus dem Haus gelassen hat. In den
letzten Tagen aber ging es mir wieder so gut, dass ich mich endlich wieder
länger und weiter von Bakkagerði entfernen konnte. So hatte ich mir das vorgestellt! ![]() |
| Dyrfjöll (1136m), die 'Türberge' mit der 'Tür' (856m). Und nem Bach. |
Und ja, der Sommer kommt: wie immer verzögert im Norden Islands, wir sind hier etwa 2-3 Wochen später dran als das jetzt schon grüne Südisland, aber die Pflanzen lassen sich nicht beirren. Das Gras sprießt und die ersten Blüten öffnen sich! Da lasse sogar ich mich zu einem Blümchenfoto bewegen.
Als ich Anfang Mai herkam, wusste nicht viel von diesem Fjord: und war dementsprechend überrascht, als ich hörte, dass es hier eine Papageitaucherkolonie gibt. Die putzigen Vögel kamen bereits im April und sind jetzt, Mitte Mai, schon mit der Brut beschäftigt. Einige Spätzünder oder Sauberkeitsfanatiker beschäftigen sich aber immer noch mit dem Putzen der Bruthöhle - Papageitaucher sind reinliche Tiere!
Sie sind sogar so reinlich, dass sie ihren bis zu zwei Meter (normalerweise aber um ein Meter) langen Bruttunnel in "Wohnzimmer" und "Toilette" unterteilen.
Wie kann man sich das vorstellen? Die Vögel brüten in einem Tunnel in der Grasnarbe, den sie mit Schnabel und Krallen graben. Das tun sie aber nicht jedes Jahr aufs Neue, sondern sie nutzen den gleichen Bau wie im Vorjahr, verteidigen ihn auch hartnäckig gegen Konkurrenten. Deshalb sind die Paare auch weitestgehend monogam: aber nicht, weil sie sich gegenseitig erkennen, sondern weil sie zur gleichen Bruthöhle wie im Vorjahr zurückkehren. Wenn sich einer im Nest verirrt, hat er 'nen neuen Partner, sozusagen...
Jedes Jahr bessern die Paare den Tunnel aus, säubern ihn und polstern das Nest im etwas vergrößerten Tunnelende mit Gras und Federn. Dann wird sich abgewechselt mir dem Bebrüten des einen Eis und später dem Warmhalten und Füttern des Kükens. Die Eltern koten draußen, das Küken aber kommt erst aus dem Tunnel, wenn es flügge ist, und das ist erst im August/September der Fall. Bis dahin besteht die Welt für das Küken nur aus "Nest" und "Klo". Je älter das Küken ist, desto länger läuft es zum Klo (also desto näher am Ausgang wird geschissen). Riechen tut es da überall gleich, aber immerhin bleibt das Küken sauber - und seine Federn auch, und das ist das wichtigste.Jetzt aber genug von dieser Scheißangelegenheit - statt dessen noch ein Bild, das ich bei meinem bisher einzigen Besuch der Kolonie machen durfte.
Viel Spaß - und bis bald!
Mittwoch, 9. April 2014
Lebenszeichen
Hallihallo!
Mein letzter Blog ist nun vier Monate her - oje, was soll ich sagen: "regelmäßig" ist jedenfalls etwas anderes. Ich verspreche, dass ich in den kommenden Wochen öfters von mir hören lassen werde: und beginne damit hier, jetzt, wenn auch nur kurz. Aber vielleicht ist das ja ein Weg: mich öfters mit weniger Text zu melden.
Ganz kurz nur: es geht mir gut; ich bin seit Anfang März in Island und habe, nach dem Stress der letzten Monate, seit langem wieder einmal richtig entspannen können. Zwei wunderbare, wenn auch wettertechnisch nicht ganz einfache Ausflüge liegen hinter mir: eine sechstägige Skiwanderung mit Pulka beim Mývatn in Nordisland, und eine siebentägige Zeltreise nach Stokksnes und Skaftafell in Südostisland. Jetzt bin ich erstmal einige Zeit in Reykjavík, hole einiges an Computerarbeit nach, und beginne, mich für die Sommersaison vorzubereiten.
Ich werde diesen Sommer wieder auf Spitzbergen arbeiten und von Juni bis August als Guide und AEL auf den Schiffen Quest und Ocean Nova unterwegs sein. Danach geht es mit letzterer auf nach Grönland, und dann werde ich wieder ein paar Wochen auf Island sein, bevor die Antarktissaison wieder losgeht. Von Mitte Oktober bis Weihnachten werde ich dann in der Antarktis sein: und dann beginnt die zweite Vortragssaison der "Inseln des Nordens"! Langweilig wird es im kommenden Jahr definitiv nicht werden!
Mein letzter Blog ist nun vier Monate her - oje, was soll ich sagen: "regelmäßig" ist jedenfalls etwas anderes. Ich verspreche, dass ich in den kommenden Wochen öfters von mir hören lassen werde: und beginne damit hier, jetzt, wenn auch nur kurz. Aber vielleicht ist das ja ein Weg: mich öfters mit weniger Text zu melden.
Ganz kurz nur: es geht mir gut; ich bin seit Anfang März in Island und habe, nach dem Stress der letzten Monate, seit langem wieder einmal richtig entspannen können. Zwei wunderbare, wenn auch wettertechnisch nicht ganz einfache Ausflüge liegen hinter mir: eine sechstägige Skiwanderung mit Pulka beim Mývatn in Nordisland, und eine siebentägige Zeltreise nach Stokksnes und Skaftafell in Südostisland. Jetzt bin ich erstmal einige Zeit in Reykjavík, hole einiges an Computerarbeit nach, und beginne, mich für die Sommersaison vorzubereiten.
Ich werde diesen Sommer wieder auf Spitzbergen arbeiten und von Juni bis August als Guide und AEL auf den Schiffen Quest und Ocean Nova unterwegs sein. Danach geht es mit letzterer auf nach Grönland, und dann werde ich wieder ein paar Wochen auf Island sein, bevor die Antarktissaison wieder losgeht. Von Mitte Oktober bis Weihnachten werde ich dann in der Antarktis sein: und dann beginnt die zweite Vortragssaison der "Inseln des Nordens"! Langweilig wird es im kommenden Jahr definitiv nicht werden!
So viel auf die Schnelle: ich werde mich wie gesagt ganz bald ausfühlicher zu einem dieser Themen melden, eventuell sogar mit aktuellen Fotos.
Apropos aktuelle Fotos: hier ein Bild von vergangener Woche: Gullfoss, Islands wohl bekanntester Wasserfall, dem ich auf dem Rückweg nach Reykjavík eine Nacht lang besuchte.
Sonntag, 22. Dezember 2013
Inseln des Nordens - eine erste Vorschau
Noch zwei Wochen trennen mich von der Premiere
meines / unseres Vortrags "Inseln des Nordens", und es gibt
noch viel zu tun! Trotzdem will ich mir jetzt endlich einmal wieder
Zeit für den Blog nehmen: und euch die "Inseln des Nordens"
vorstellen.
Als ich noch als Hüttenwart in Island arbeitete (lang, lang scheint es her...), lernte ich den Fotografen Olaf Krüger kennen, der damals eine Live-Reportage über Island vorbereitete. Es war der Beginn einer wirklich tollen Freundschaft!
Irgendwann kam uns der Gedanke, einmal einen Vortrag zusammen zu gestalten. Wir interessierten uns weiterhin beide für den Norden: besonders für Island, Spitzbergen, die Färöer-Inseln, Grönland und die Lofoten. Und warum sollten wir es nicht einmal mit einem ungewöhnlichen Thema versuchen? Die Idee der "Inseln des Nordens" war geboren.
Fünf Jahre später werden die "Inseln des Nordens" am 5. Januar 2014 in Stuttgart erstaufgeführt. Im Anschluss gehen wir auf Deutschland-Tournee. Lohmar, Köln, Nürnberg, Bielefeld, Rostock, Mainz, Karlsruhe, Jena – von Januar bis März treten wir in 25 Städten auf und machen selbst einen Abstecher nach Österreich (Wien) und Südtirol (Brixen)!
Die genauen Termine findet ihr auf der (vorläufigen) Website www.inselndesnordens.de
Ich bin ziemlich aufgeregt: und hoffe, dass der Vortrag gut angenommen wird. Ob sich viele von unserem (kalten) Plakat und dem (kühlen) Thema neugierig machen lassen? Ich hoffe es! Ich habe sechs Jahre meines Lebens in diesen Vortrag gesteckt: es gibt keinen Mangel an spannenden Geschichten, eher im Gegenteil, wir können viel zu viel nicht erzählen! Aber ganz nach dem Motto "Weniger ist Mehr" sind wir jetzt noch dabei, eine (wie ich finde) wirklich tolle Mischung aus Themen und Geschichten zu einem spannenden Vortrag zu verweben.
Auf den Färöerinseln erlebt
Olaf ein Höhlenkonzert, besucht das Topspiel der
Färöer-Fußballbundesliga und ist von
Landschaften und (Tier-)Begegnungen so angetan, dass er mehrmals auf
das verwunschene Archipel zurückkehrt -
und sich dann auch mit dem kontroversen Grindwalfang beschäftigt.
In Spitzbergen arbeite ich mit Schlittenhunden und nehme euch mit
auf einen Exkurs zum längsten Schlittenhunderennen Europas. Nachdem
der viermonatige Polarwinter zuende gegangen ist, brechen wir im
Rahmen meines Studiums zum Arctic Nature Guide zu mehrtägige
Ski-Exkursionen auf. Später, im Sommer, begebe mich per Schiff auf
die Suche nach dem König der Arktis. Die Tierwelt des hohen Nordens
in Zeiten des Klimawandels zu erleben ist
Privileg und Ernüchterung zugleich!
Davon weiß auch Olaf zu berichten, der sich auf den Weg nach Ostgrönland gemacht hat. Es ist eine Insel voller Superlative: Schroffe Berge, die kilometerhoch aus dem Meer aufragen, Eisberge in der Größe ganzer Dörfer – und unglaublich liebenswerte Menschen, deren Schicksal ihn sehr traurig stimmt. Nur Mithilfe der Inuit kommt er nach seiner langen Wanderung wieder zurück in die Zivilisation: in gewisser Weise hält ihn das Eis bis heute gefangen...
Ich freue mich nun wirklich sehr darauf, euch den Vortrag zeigen zu können. Sieben Jahre meines Lebens sind darin eingeflossen, und auch die letzten Monate waren intensive Arbeit: Dass dieses Projekt einmal so groß werden würde, hätte ich mir nicht träumen lassen!
Wir haben eine Postkartenedition zum Thema herausgegeben (die man natürlich bei unseren Vorstellungen anschauen und erstehen kann) und basteln außerdem an einem Bildband, der aber leider erst im Frühjahr in Druck gehen wird. Im Januar und Februar reisen wir wie gesagt quer durch Deutschland: dann wende ich mich wieder meinem 'anderen' Leben zu und werde die kommenden neun Monate in der Kälte des Nordens und Südens verbringen. Ein ereignisreiches Jahr liegt vor mir!
Dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt!
Jetzt möchte ich euch erst einmal ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünschen! Bis bald!
Als ich noch als Hüttenwart in Island arbeitete (lang, lang scheint es her...), lernte ich den Fotografen Olaf Krüger kennen, der damals eine Live-Reportage über Island vorbereitete. Es war der Beginn einer wirklich tollen Freundschaft!
Irgendwann kam uns der Gedanke, einmal einen Vortrag zusammen zu gestalten. Wir interessierten uns weiterhin beide für den Norden: besonders für Island, Spitzbergen, die Färöer-Inseln, Grönland und die Lofoten. Und warum sollten wir es nicht einmal mit einem ungewöhnlichen Thema versuchen? Die Idee der "Inseln des Nordens" war geboren.
Fünf Jahre später werden die "Inseln des Nordens" am 5. Januar 2014 in Stuttgart erstaufgeführt. Im Anschluss gehen wir auf Deutschland-Tournee. Lohmar, Köln, Nürnberg, Bielefeld, Rostock, Mainz, Karlsruhe, Jena – von Januar bis März treten wir in 25 Städten auf und machen selbst einen Abstecher nach Österreich (Wien) und Südtirol (Brixen)!
Die genauen Termine findet ihr auf der (vorläufigen) Website www.inselndesnordens.de
Ich bin ziemlich aufgeregt: und hoffe, dass der Vortrag gut angenommen wird. Ob sich viele von unserem (kalten) Plakat und dem (kühlen) Thema neugierig machen lassen? Ich hoffe es! Ich habe sechs Jahre meines Lebens in diesen Vortrag gesteckt: es gibt keinen Mangel an spannenden Geschichten, eher im Gegenteil, wir können viel zu viel nicht erzählen! Aber ganz nach dem Motto "Weniger ist Mehr" sind wir jetzt noch dabei, eine (wie ich finde) wirklich tolle Mischung aus Themen und Geschichten zu einem spannenden Vortrag zu verweben.
Auf den Färöerinseln erlebt
Olaf ein Höhlenkonzert, besucht das Topspiel der
Färöer-Fußballbundesliga und ist von
Landschaften und (Tier-)Begegnungen so angetan, dass er mehrmals auf
das verwunschene Archipel zurückkehrt -
und sich dann auch mit dem kontroversen Grindwalfang beschäftigt.
Auf Island erforschen wir einige der (meiner Meinung
nach) schönsten Landschaften der Welt, wandern zwei Wochen lang
durch Hornstrandir, und versuchen herauszufinden, warum die
niedlichen Papageitaucher verschwinden. Und dann bricht dort der
Eyjafjallajökull aus: ein Erlebnis, das mich heute noch bewegt.
Auf den Lofoten gehen wir an Bord eines Dorschkutters
und bestaunen in den klaren, kalten Winternächten die tanzenden
Nordlichter, die ich euch in Echtzeit-Zeitraffern mit in den Saal
bringe.
Davon weiß auch Olaf zu berichten, der sich auf den Weg nach Ostgrönland gemacht hat. Es ist eine Insel voller Superlative: Schroffe Berge, die kilometerhoch aus dem Meer aufragen, Eisberge in der Größe ganzer Dörfer – und unglaublich liebenswerte Menschen, deren Schicksal ihn sehr traurig stimmt. Nur Mithilfe der Inuit kommt er nach seiner langen Wanderung wieder zurück in die Zivilisation: in gewisser Weise hält ihn das Eis bis heute gefangen...
Ich freue mich nun wirklich sehr darauf, euch den Vortrag zeigen zu können. Sieben Jahre meines Lebens sind darin eingeflossen, und auch die letzten Monate waren intensive Arbeit: Dass dieses Projekt einmal so groß werden würde, hätte ich mir nicht träumen lassen!
Wir haben eine Postkartenedition zum Thema herausgegeben (die man natürlich bei unseren Vorstellungen anschauen und erstehen kann) und basteln außerdem an einem Bildband, der aber leider erst im Frühjahr in Druck gehen wird. Im Januar und Februar reisen wir wie gesagt quer durch Deutschland: dann wende ich mich wieder meinem 'anderen' Leben zu und werde die kommenden neun Monate in der Kälte des Nordens und Südens verbringen. Ein ereignisreiches Jahr liegt vor mir!
Dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt!
Jetzt möchte ich euch erst einmal ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünschen! Bis bald!
Sonntag, 13. Oktober 2013
Svalbard 2013 - Ein erster Rückblick
Nach einem langen Sommer in der Hocharktis bin ich nun wieder zurück in Deutschland. Arbeitslos bin ich aber nicht: es geht mit großen Schritten auf die Premiere der "Inseln des Nordens" zu, und dementsprechend viel ist zu tun. Dennoch will ich endlich einmal wieder von mir hören lassen!
Drei Monate habe ich diesen Sommer auf und um Spitzbergen verbracht: drei Monate, voller unvergesslicher Erlebnisse. Svalbard hat sich mir von einer gänzlich anderen Seite präsentiert als im Jahr zuvor. Ließ sich 2012 mit den Begriffen "Buckelwale", "tolles Wetter" und "extrem wenig Eis" charakterisieren, dann würde ich den Sommer 2013 folgendermaßen zusammenfassen: "Eisbären", "extrem verregnet" und "immer noch verdammt wenig Eis".
Nie zuvor schien mir der Klimawandel greifbarer, als in den vergangenen beiden Jahren. Den Tieren hat man die Erderwärmung zwar nicht angesehen, sehr wohl aber dem Wetter und dem Packeis. Ersteres hat völlig verrückt gespielt: in Longyearbyen hat es so viel gerregnet, wie noch nie zuvor in der menschlichen Siedlungsgeschichte. Der Regen hat den Gletschern in der Umgebung des Isfjorden sehr zugesetzt: der Longyearbreen beispielsweise ist plötzlich von tiefen Schmelzwasserkanälen eingeschnitten. Letztes Jahr konnte man noch über die maximal ein Meter tiefen Rillen am Gletscherfuß springen. Jetzt befinden sich mehrere Meter tiefe Canyons im Eis, in die man hineinwandern kann: hineingeschmolzen von den Unmengen an warmen Regenwasser.
Ihr wisst ja alle, dass sich zwischen Svalbard und dem Nordpol ein gefrorenes Meer befindet. Das Packeis des Nordpolarmeeres ist immer natürlichen Schwankungen unterworfen: mal gibt es mehr davon, mal weniger, das ist ganz normal. Wisst ihr aber auch, dass die sieben stärksten Negativrekorde in der Packeisausbreitung des arktischen Ozeans alle in den vergangenen sieben Jahren gemessen wurden? 2012 war das schlimmste Jahr bisher: letzten Sommer schmolz das Eis so stark zurück, wie selbst die meisten Klimamodelle es nicht vorausgesagt hatten. Der vergangene Winter war wieder kalt, das Eis bildete sich neu, und schmolz diesen Sommer nicht ganz so drastisch ab. Medien berichteten schon, wie falsch die Klimamodelle liegen würden, weil es ein "gutes" Packeisjahr gewesen sein soll. Das ist aber Unsinn: auch dieses Jahr ging das Eis überdurchschnittlich stark zurück: auf den siebt-niedrigsten Stand der menschlichen Geschichte.
Den Tieren merkt man die starken Veränderungen ihres Lebensraumes nicht direkt an: den Eisbären Svalbard geht es auf den ersten Blick gut. Sie wandern den Robben hinterher, und Robben befinden sich auf gefrorenem Meer, gerne auch in Landnähe, so es dort gefrorenes Meer gibt. Im Frühsommer ist das der Fall: viele Ringel- und Bartrobben liegen neben ihren Atemlöchern auf dem Eis der zugefrorenen Fjorde.
Wenn sich das Packeis im Frühsommer von Svalbard aus zurückzieht, sind die Fjorde im Innersten noch gefroren: erst wenn auch dieses Eis schmilzt, machen sich die Bären auf den Weg gen Norden. Das ist dann meist schon zu spät, denn zwischen ihnen und dem Packeis liegen dann oft schon 100km offenes Wasser. Sie sind an Land gestrandet, dort, wo es keine Nahrung für sie gibt.
Dieses Jahr bekamen die Fjordbären aber eine zweite Chance: Im Juli wurde ein Packeisgürtel, also ein großes, zusammenhängendes Band aus Treibeis, vom Wind nach Süden gedrückt. Plötzlich war wieder Eis da, die Bären wanderten auf ihm umher, jagten Robben, suchten Nahrung. Nun lag es in der Natur der Sache, dass dieser "Highway" aus Eis sehr schnell schmolz. Und so wurden all diese Bären im Laufe von sechs Wochen auf einige wenige kleine Packeis-Inseln konzentriert. Normalerweise muss man stundenlang entlang der Eiskante fahren und intensiv suchen, um auch nur einen einzigen Bären zu finden. Und jetzt? Gab es in Landnähe Packeis und fanden die Bären uns! Es war ziemlich genial! :-)
Das oft schlechte Wetter sorgte zwar für viele graue, verregnete Tage, aber auch für einmalige Lichtstimmungen. Ich habe nicht viele Landschaften fotografiert diesen Sommer, aber die wenigen Male, an denen ich die Kamera herausholte, waren wirklich sehr lohnend! Wind, Sturm, Nebel, scharfe Wolkenfronten - die Arktis zeigte sich gleichzeitig von ihrer harschen und schönen Seite.
So, das war's für heute.
Nächste Woche geht es für mich schon wieder los: diesmal auf die kalten Inseln des Südens. In etwas über einem Monat werde ich mich wieder melden - ich versuche es zumindest!
Bis dahin: alles Gute, auf bald!

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| Beim Vogelfelsen Alkefjellet |
Ihr wisst ja alle, dass sich zwischen Svalbard und dem Nordpol ein gefrorenes Meer befindet. Das Packeis des Nordpolarmeeres ist immer natürlichen Schwankungen unterworfen: mal gibt es mehr davon, mal weniger, das ist ganz normal. Wisst ihr aber auch, dass die sieben stärksten Negativrekorde in der Packeisausbreitung des arktischen Ozeans alle in den vergangenen sieben Jahren gemessen wurden? 2012 war das schlimmste Jahr bisher: letzten Sommer schmolz das Eis so stark zurück, wie selbst die meisten Klimamodelle es nicht vorausgesagt hatten. Der vergangene Winter war wieder kalt, das Eis bildete sich neu, und schmolz diesen Sommer nicht ganz so drastisch ab. Medien berichteten schon, wie falsch die Klimamodelle liegen würden, weil es ein "gutes" Packeisjahr gewesen sein soll. Das ist aber Unsinn: auch dieses Jahr ging das Eis überdurchschnittlich stark zurück: auf den siebt-niedrigsten Stand der menschlichen Geschichte. Den Tieren merkt man die starken Veränderungen ihres Lebensraumes nicht direkt an: den Eisbären Svalbard geht es auf den ersten Blick gut. Sie wandern den Robben hinterher, und Robben befinden sich auf gefrorenem Meer, gerne auch in Landnähe, so es dort gefrorenes Meer gibt. Im Frühsommer ist das der Fall: viele Ringel- und Bartrobben liegen neben ihren Atemlöchern auf dem Eis der zugefrorenen Fjorde.
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| Okay, kein Fjord, aber immerhin eine Bartrobbe! :) |
Wenn sich das Packeis im Frühsommer von Svalbard aus zurückzieht, sind die Fjorde im Innersten noch gefroren: erst wenn auch dieses Eis schmilzt, machen sich die Bären auf den Weg gen Norden. Das ist dann meist schon zu spät, denn zwischen ihnen und dem Packeis liegen dann oft schon 100km offenes Wasser. Sie sind an Land gestrandet, dort, wo es keine Nahrung für sie gibt.
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| Bei Kvitøya |
Das oft schlechte Wetter sorgte zwar für viele graue, verregnete Tage, aber auch für einmalige Lichtstimmungen. Ich habe nicht viele Landschaften fotografiert diesen Sommer, aber die wenigen Male, an denen ich die Kamera herausholte, waren wirklich sehr lohnend! Wind, Sturm, Nebel, scharfe Wolkenfronten - die Arktis zeigte sich gleichzeitig von ihrer harschen und schönen Seite.
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| Sturm bei Kvitøya, der total vergletscherten, zweitgrößten Insel Svalbards |
So, das war's für heute.
Nächste Woche geht es für mich schon wieder los: diesmal auf die kalten Inseln des Südens. In etwas über einem Monat werde ich mich wieder melden - ich versuche es zumindest!
Bis dahin: alles Gute, auf bald!

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